Geschäftsmodelle

Noch immer werden auf dem Energiemarkt überwiegend Güter gehandelt, die der Endverbraucher unmittelbar nicht nutzen kann. Er muss die gehandelten Güter umwandeln, um sie nutzen zu können, z. B. Erdgas in Wärme, Strom in Licht. Heute steht der Energie-Kunde aus Gründen der technischen Entwicklung vor enormen Herausforderungen, da er zukünftig nicht nur seine Smart-Meter-Daten im Auge behalten, sondern als „Prosumer“ sowohl Endenergie in z. B. Photovoltaikanlagen sowohl produzieren als auch konsumieren soll.

Darüber hinaus soll der Endverbraucher Speichermedien im Eigenheim betreiben um so durch die Teilnahme am intelligenten Stromnetz, dem Smart Grid, helfen, die Energiesysteme insgesamt zu optimieren. Weiterhin wird von ihn erwartet, dass er seinen Energiebedarf durch Smart-Home-Lösungen verringert. Für den durchschnittlich interessierten Endverbraucher eine unmögliche Aufgabe.

Die Lösung ist ein Dienstleister, der sich um die Optimierung kümmert, den Zähler, die Photovoltaikanlage und die Batterie betreibt.

Die Abrechnung des Dienstleisters gegenüber dem Kunden orientiert sich an den tatsächlichen Bedürfnissen, also an Dienstleistungen. Die Abrechnung der Energiedienstleistungen macht dem Nutzer seine Optionen zur Reduktion transparent und reduziert die Komplexität. Der Energiedienstleister kann durch Service-Level und Zusatz-Services zusätzliche Deckungsbeiträge erwirtschaften. Wie eine solche Abrechnung aussehen könnte und wie die neuen Geschäftsmodelle für Energiedienstleister aussehen könnten, erfahren Sie hier:

  • Die "Wärme-Flatrate"

    Denkbar ist z.B. folgendes Szenario: Der Betreiber einer Heizanlage bietet seinen Kunden an, Sie zu einem Festpreis je qm mit Wärme zu versorgen. Der Festpreis (die „Flatrate“) richtet sich danach, welche Temperatur der Nutzer am smarten Heizkörperventil eingestellt hat. Der Preis je qm steigt mit der Raumtemperatur. Die Daten des smarten Heizkörperventils sowie eventuelle weitere Daten werden an den Lieferanten übermittelt und in einer Monatsrechnung verarbeitet, in der die verschiedenen Räume je nach Größe und Temperaturniveau bezüglich ihrer Heizkosten abgerechnet werden. Während des Monats wird dem Kunden laufend in einer App vermittelt, welche Heizkosten bisher aufgelaufen sind.

    Das Produkt realisiert die Kundenanforderung der planbaren Kosten unter Einbindung smarter Technologien. Energieeffizienz ist in diesem Modell die Aufgabe des Energiedienstleisters, der die Möglichkeiten und das Know-how besitzt. Die effiziente Erzeugung der benötigten Wärme ist die betriebswirtschaftliche Stellschraube des Energiedienstleisters. Je effizienter die Erzeugung, umso größer ist das Gewinnpotenzial.

  • Strom-Sorglos-Paket

    In diesem Szenario könnte ein Energiedienstleister ein Smart Energy Service Produkt gestalten, das dem Kunden den Betrieb einer Erzeugungsanlage wie Photovoltaik oder BHKW und gegebenenfalls einer Speichertechnologie abnimmt. Die Abrechnung gegenüber dem Kunden könnte hier erneut als Festpreis („Flatrate“) erfolgen, sofern die beim Kunden betriebenen Stromverbraucher weitgehend auf einem Niveau bleiben. Die Einspeisevergütungen oder Zuschläge für den erzeugten Strom sowie eventuelle Prämien für die Zurverfügungstellung von Stromspeichern sowie mögliche Zusatzerlöse aus der Abschaltung von Lasten würden vom Energiedienstleister vereinnahmt. Die Anlagen (Erzeugung, Speicherung) müssen dabei nicht unbedingt vom Energiedienstleister investiert werden. Denkbar ist als Standardmodell eher die Investition durch den Kunden unter Anleitung durch den Energiedienstleister und der anschließende optimierende Betrieb durch diesen. Smarte Technologien ermöglichen die Steuerung und Datengenerierung zur Optimierung des aggregierten Betriebs einer Vielzahl solcher Anlagen. In der Aggregation und Optimierung würde das Gewinnpotenzial des Energiedienstleisters liegen.

  • Flatrate Rechnung des Energiedienstleisters

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