Marktstammdatenregister erst ab 31.Januar 2019 online!

 
 

Die Bundesnetzagentur hat mitgeteilt, dass die Online-Plattform zur Erfüllung der Anforderungen der Marktstammdatenregister-Verordnung erst ab dem 31. Januar 2019 verfügbar sein wird. Die Strom- und Gasnetzbetreiber haben jedoch bereits jetzt schon Zugangsrechte. Alle andere Marktakteure müssen noch bis Januar 2019 warten. 

Der ursprüngliche Starttermin, der bereits nach Inkrafttreten der Verordnung für Herbst 2017 angekündigt war, wurde bereits in 2017 immer wieder - zuletzt auf den 04.12.2018 - verschoben. Unabhängig von der Verfügbarkeit der Online-Plattform bestehen Registrierungspflichten für EEG- oder KWK-Anlagen, für die jedoch bereits die von der BNetzA zur Verfügung gestellten Formulare (im PDF-Format) zu verwenden sind.

 

Eine fristgerechte Registrierung ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Vorteilen, so dass bspw. auch die Hauptzollämter bei der Anmeldung neuer Anlagen den Nachweis der Anmeldung fordern. Viele der übrigen Pflichten von Marktakteuren und Einheiten bestehen hingegen erst ab Verfügbarkeit der Online-Plattform. 

 

Wer muss sich registrieren?

 
 

Aufgrund der - zuletzt im November 2018 geänderten -Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) sind sog. Marktakteure verpflichtet Meldungen in diesem behördlichen Register für den Strom- und Gasmarkt zu tätigen. Ziel des Marktstammdatenregisters ist eine umfassende Datengrundlage für die Energiewirtschaft, die alle wesentlichen Akteure der Bereiche Strom und Gas erfasst. Das Marktstammdatenregister löst das PV-Meldeportal sowie das Anlagenregister ab, dass in einem neuen Marktstammdatenregister-Onlineportal aufgehen soll.

Das Register umfasst u. a. 

  • sämtliche Erzeugungsanlagen (neue und bestehende),
  • Anlagen zur Erzeugung von Strom und Gas,
  • die Lieferanten von Strom und Gas,
  • bestimmte Verbrauchsanlagen sowie
  • die Betreiber der Anlagen.
 

Registrierungspflichtig sind hierbei

  • Betreiber von EEG-Anlagen und KWK-Anlagen
    (z. B. PV-Anlagen oder BHKW)
  • Stromlieferanten
    (zu klären: Weiterleitung an Dritte)
  • Verwender von Stromspeicher und Gasspeicher
    (z. B. Batteriespeicher)
  • Messstellenbetreiber
    (z. B. Strom / Gas)
  • Netzbetreiber sowie Betreiber von geschlossenen Verteilernetzen
  • Bilanzkreisverantwortliche im Strom- und Gasbereich

Im Register müssen alle Einheiten zur Erzeugung, und/oder Speicherung von Strom und Gas eingetragen werden, unabhängig von der Größe der Einheit. Verbrauchseinrichtungen sind ebenfalls betroffen, soweit sie an das Hoch- oder Höchstspannungsnetz bzw. das Fernleitungsnetz angeschlossen sind.

 

Welche Fristen gelten für das MaStR?

 
 

Nach der aktuellen Planung ist die Nutzung des MaStR-Webportals ab dem 31. Januar 2019 möglich. Die vorhandenen Daten der Bestandseinheiten werden hierbei automatisch in das Register übernommen. Diese Daten müssen nach Eröffnung des Webportals von den Betreibern der Bestandseinheiten überprüft und ggf. aktualisiert werden.

Obgleich sich die Nutzung des Webportals für das Marktstammdatenregister weiter verzögert, müssen Marktakteure ihre Meldepflichten trotzdem erfüllen. 

     

 

Es gelten folgende Fristen

  • Neuanlagen: innerhalb von 1 Monat nach Inbetriebnahme
  • Für Anlagen mit einer Inbetriebnahme nach dem 01.07.2017; 
    6 Monate nach Start des Webportals - Änderungen müssen umgehend vorgenommen werden
  • Für die übrigen Bestandsanlagen:  gilt eine Übergangsfrist von 24 Monaten nach Start des Webportals
  • Im Übrigen gilt, dass alle Daten von Marktakteuren, die bereits Anlagenregister sind, stets aktuell gehalten werden
 

Die Meldepflichten sind nach MaStRV wie folgt zu erfüllen:

EEG-Anlagen und deren meldepflichtigen Genehmigungen

  • Meldung über die bestehenden Techniken des Anlagenregisters und des PV-Meldeportals 
  • Frist: 1. Monat ab Inbetriebnahme oder ab Erteilung der Genehmigung 
  • Daten, die derzeit nicht eingetragen sind / werden können, müssen nachgetragen werden, sobald das Portal zur Verfügung steht

Pflege der Daten nach MaStRV

  • Neuerungen oder Änderungen müssen umgehend vorgenommen werden, sofern das Portal zur Verfügung steht

KWK-Anlagen mit Inbetriebnahme ab dem 1. Juli 2017

Meldung einer geplanten Inanspruchnahme des Mieterstromzuschlags

Übernahme und Pflege der Daten und Angaben zum Betrieb von Bestandsanlagen

  • derzeit noch nicht möglich - voraussichtlich nach dem 31.01.2019
 

Gibt es Sanktionen?

 
 

Bei einem Verstoß gegen die Meldepflicht, kann die Bundesnetzagentur Sanktionen verhängen. Diese können mit einer Geldbuße bis zu 50.000 EUR geahndet werden.

 

Für Verzögerungen, die sich aus der verspäteten Verfügbarkeit des Webportals ergeben, werden keine Bußgeldverfahren eingeleitet.

 

Außerdem können Zahlungen zu Marktprämien, Einspeisevergütung und Flexibilitätsprämien nach dem EEG oder Zuschlagszahlungen oder sonstige finanzielle Förderungen nach dem KWKG zurückbehalten, reduziert oder komplett gestrichen werden.

 

Outsourcen?

 
 

Gerne prüfen wir vorab, ob Ihr Unternehmen der Meldepflicht unterfällt. Sollte die Meldepflicht für Ihr Unternehmen bestehen, übernehmen wir die Registrierung und Eintragung der Stammdaten. Zudem gleichen wir die aus dem Anlagenregister übernommenen Meldungen ab. 

Sprechen Sie uns an!

 

Folgende Meldepflichten sind nach MaStRV zu erfüllen:

  • EEG-Anlagen und deren meldepflichtigen Genehmigungen, innerhalb einer Monatsfrist ab Inbetriebnahme oder ab Erteilung der Genehmigung
  • Pflege der Daten nach MaStR
  • Registrierung von KWK-Anlagen 
  • Meldung einer geplanten Inanspruchnahme des Mieterstromzuschlags
  • Übernahme und Pflege der Daten und Angaben zum Betrieb von Bestandsanlagen
  • Sonstige Registrierungen (bzw. Nachholungen nach Start des Webportals) von Marktakteuren und Behörden