KWKG 2016 - (noch) kein "level-playing-field" für Contracting!

Das zum 01.01.2016 in Kraft tretende KWKG schafft zwar noch kein „level-playing-field“ für Contracting im Vergleich zur Eigenversorgung – dennoch hilft es im Leistungsbereich > 100 kWel der Energieeffizienz- und Energiedienstleistungsbranche!

Durch die Neuregelung im KWKG 2016 besteht zukünftig im Leistungsbereich > 100 kWel für Eigenversorger nur noch dann der Anspruch auf den KWK-Zuschlag, wenn es sich um ein stromkostenintensive Unternehmen im Sinne des EEG handelt. Für alle übrigen Unternehmen entfällt bei einer Eigenversorgung der Anspruch auf den KWK-Zuschlag, so dass sich eine Realisierung im Rahmen eines Energiedienstleistungsprojekts wieder rechnen kann.

Zwar werden ab 2016 die Zuschlagssätze für EDL- und/oder Standortversorgungs-Projekte mit einer dezentralen Vermarktung der erzeugten Strommengen (Lieferung in Kundenanlagen oder geschlossenen Verteilernetzten) im Vergleich zu den aktuell gewährten KWK-Zuschlägen gekürzt. Durch den Wegfall des Anspruchs auf den KWK-Zuschlag bzw. die deutliche Einschränkung der Anspruchsberechtigten bei einer Eigenversorgung können EDL-Angebote hier wieder attraktiver werden.

Anhand einer beispielhaften Gegenüberstellung von Eigenversorgung und Contracting mit einer KWK-Anlage mit einer Leistung von 450 kWel und 6.000 VBh/a sollen die Auswirkungen der Neuregelungen zum KWK-Zuschlag verdeutlicht werden:

 

EEG-Umlage (*)

KWK-Zuschlag

Eigenversorgung

       

60.045,30 €

0,00 €

EDL

171.558,00 €

57.000,00 €

(*) auf 35% reduzierte EEG-Umlage für Eigenversorgung in 2016 

Das Beispiel verdeutlicht, dass eine Eigenversorgung bei gleichzeitigem Verzicht auf den KWK-Zuschlag noch immer zu einem wirtschaftlichen Vorteil führen kann. Energiedienstleister müssen demnach den dargestellten wirtschaftlichen Vorteil durch zusätzliche (Dienst-)Leistungen und insbesondere ihr spezifisches Know-How kompensieren.

Insoweit hat der Gesetzgeber mit dem vorliegenden KWKG zumindest zum Teil sein Versprechen eingehalten und die Belastung durch die vom Energiedienstleister zu zahlende volle EEG-Umlage im Vergleich zur teilweisen Belastung der Eigenversorgung durch den Anspruch auf KWK-Zuschlag kompensiert.

Einen Überblick über die gesamten Regelungen des KWKG 2016 finden Sie hier.