KWKG ab 2017 führt zu Nachteilen für Contracting und Industrie

wenn DAS die Lösung für ein „level-playing-field“ für Contracting ist, wollen wir das Problem zurück!

Ab 2017 gilt zum einen eine Ausschreibungspflicht für neue KWK-Anlagen im Leistungsbereich über 1 und unter 50 MW, soweit eine Förderung in Anspruch genommen werden soll. Zum anderen werden Reduzierungen der KWK-Umlage nur noch für diejenigen möglich sein, die die besondere Ausgleichsregelung im EEG beantragen können (mit entsprechender Wirkung auch für die StromNEV- und Offshore-Umlage). Dieses sind die wesentlichen Ergebnisse des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens, das Ende letzter Woche mit wesentlichen Änderung auch zum EEG seinen Abschluss gefunden hat.

Wenn der Gesetzgeber noch im Gesetzgebungsverfahren zum EEG 2014 "versprochen"hatte, dass er die Schlechterstellung von Contractoren im Vergleich zur Eigenversorgung mit der Überarbeitung des KWKG ausgleichen wolle, hat er dieses in dem nunmehr beschlossenen KWKG wohl weitestgehend aus seinem Gedächtnis gestrichen! Zumindest indem für Anbieter von Energiedienstleistungen im industriellen Bereich attraktiven Leistungsbereich zwischen 1 und 50 MW soll das KWKG nach Ansicht des BMWi eine"Gleichbehandlung" gewährleisten - jedoch ohne Berücksichtigung der Besserstellung der Eigenversorgung im EEG!

Zumindest im Leistungsbereich zwischen 100 kW und 1 MW bleibt Contractoren bei der dezentralen Erzeugung und Vermarktung der im KWKG 2016 erkämpfte kleine Vorteil eines reduzierten KWK-Zuschlags im Vergleich zur Eigenversorgung erhalten. Dieser wiegt die fortbestehende Schlechterstellung von Contractoren im EEG jedoch nur bedingt auf!

Als "Verlierer" der Neuerung sind die energieintensiven Abnahmestellen anzusehen, die jedoch im EEG die besondere Ausgleichsregelung nicht in Anspruch nehmen können und für die nach dem neuen § 27 KWKG damit auch die Reduzierung der KWK-Umlage nicht mehrmöglich ist. Wenn noch mit dem KWKG 2016 die Anforderungen für die Reduzierung "nur"verschärft wurden (Abnahme >1MWh und "Selbstverbrauch"), wird der Kreis der Berechtigten nun wieder kleiner!

Angesichts dieser Aussichten sind die auf 2 Jahre verlängerten Übergangsfristen für eine Inbetriebnahme bis zum 31.12.2018 nur ein kleiner Trost.

MPW hilft Ihnen, die Auswirkungen der neuen Regelungen auf Ihr Unternehmen zu bewerten und die für Sie passenden Lösungen zu finden - wir beraten Sie gern!