Finanzverwaltung vereinfacht Einspar-Contracting mit BHKWs

Die ESCO Branche ist in Aufruhr. Nachdem das Finanzministerium Schleswig-Holstein am 21. Juli 2015 einen Erlass herausgegeben hatte, glaubten viele an einen neuen Angriff auf die Wirtschaftlichkeit der KWK.

Wir bei MPW suchen nach Chancen in all den Änderungen. Was die Finanzverwaltung nun erlassen hat, eröffnet Chancen für Einspar-Contracting-Projekte. Und zwar wie folgt: Bisher war bei Projekten, die die Installation eines BHKW einschlossen immer zu prüfen, ob eine off-balance Lösung für den Kunden möglich ist. Das Problem war, dass ein "bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens" vom Energiedienstleister an den Kunden übertragen wurde, wann immer ein BHKW Teil des Projekts war. Dieses "bewegliche Wirtschaftsgut" musste vom Kunden aktiviert und abgeschrieben werden. Die zugehörigen Raten stellten Schulden dar, die ebenfalls in der Bilanz zu zeigen waren.

Nun hat die Finanzverwaltung festgestellt, dass BHKWs "nicht mehr wie ein selbständiges bewegliches Wirtschaftsgut behandelt [werden sollen], sondern als wesentlicher Bestandteil des Gebäudes." Die Finanzverwaltung argumentiert, dass ein BHKW nur eine bereits vorhandene Heizung ergänzt oder ersetzt. Damit jedoch wären die entsprechenden Kosten Erhaltungsaufwand und nicht mehr zu aktivieren und abzuschreiben. Durch ein Einspar-Contracting-Projekt lassen sich nun diese Aufwendungen über den Vertragszeitraum verteilen und müssen nicht mehr mühsam insbesondere eine off-balance Lösung überführt werden. Das macht das Leben der Einspar-Contractoren einfacher.

Angemerkt sei allerdings: Das ändert nichts an den Bilanzierungsvorgaben nach internationalen Standards. Auch ist ungeklärt, wie die energiesteuerliche Behandlung zu erfolgen hat, wenn kein Abschreibungszeitraum erkennbar ist. Aber das sind Fragen, zu denen wir bei MPW Ihnen gerne weiter helfen!