Änderungen bei der Netzentgeltbefreiung gemäß § 19 Abs. 2 StromNEV

Mit Inkrafttreten der neuen Regelungen der Stromnetzentgeltverordnung zum 22.08.2013 wurden die Voraussetzungen für die Befreiung stromintensiver Unternehmen von den Netzentgelten geändert. Die vollständige Netzentgeltbefreiung wird nun durch eine gestaffelte Reduktion der Entgelte ersetzt.

Nach der neuen Vorschrift erfolgt eine Netzentgeltreduzierung ab einem Verbrauch an einer Abnahmestelle von mindestens 10 GWh auf 20 % im Falle einer Benutzungsstundenzahl von mindestens 7.000 Stunden/Jahr, auf 15 % im Falle einer Benutzungsstundenzahl von mindestens 7.500 Stunden/Jahr und auf 10 % im Falle einer Benutzungsstundenzahl von mindestens 8.000 Stunden/Jahr.

In § 32 Abs. 7 StromNEV wird klargestellt, dass für die Bescheidung von zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderungen des § 19 Abs. 2 StromNEV noch nicht beschiedene Anträge die neue Verordnungsfassung mit Wirkung ab dem 01.01.2012 anzuwenden ist. Gleiches gilt, wenn die Genehmigung der Befreiung von den Netzentgelten gerichtlich aufgehoben wurde. Bereits vor Inkrafttreten der Neuregelung erfolgte Genehmigungen werden zum 31.12.2012 unwirksam.

Für stromintensive Unternehmen, deren Anträge für die Jahre 2012 und 2013 noch nicht beschieden wurden und für zukünftige Anträge gilt somit die neue Regelung. Unternehmen müssen die Anträge ab sofort selbst stellen und Vereinbarungen mit dem Netzbetreiber der Regulierungsbehörde anzeigen. Hierfür müssen die Netzbetreiber die erforderlichen Unterlagen unverzüglich zur Verfügung stellen.

Wir empfehlen Ihnen, den Antrag auf Genehmigung eines reduzierten Netzentgeltes, gemäß den Angaben der Bundesnetzagentur in dem Kalenderjahr zu stellen, für das die Genehmigung beantragt wird. Bei der Prüfung, ob die Antragsvoraussetzungen für das Jahr 2013 in ihrem Unternehmen erfüllt sind, unterstützen wir Sie gerne. Bei Fragen rund um das Thema „reduzierte Netzentgelte“ können Sie sich gerne an uns wenden.